Einrichtung, Adresse

Jüdischer Friedhof mit ehemaligem jüdischen Ortskern
Memminger Straße 17, 87748 Fellheim

Träger

Landesverband der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern
Effnerstraße 68, 81925 München, Tel.: 089-989442 (Michael Trüger)

Auskunft

Arbeitskreis Geschichte, Brauchtum, Chronik Fellheim
Christian Herrmann, Tel.: 08335-987333
Johann Müller, Tel.: 08335-602
Otto Förg, Tel.: 08335-1617 (Friedhofsschlüssel)
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Besichtigung, Öffnungszeiten

Besichtigung des Friedhofs und Rundgang durch den jüdischen Ortskern nach Vereinbarung:
Christian Herrmann, Tel.: 08335-987333 und
Johann Müller, Tel.: 08335-602


Geschichte

Zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem 30jährigen Krieg gewährte der Ortsherr Philipp Bernhard Reichlin von Meldegg 1670 fünf jüdischen Familien Einlass. Bis 1833 vergrößerte sich die Zahl der jüdischen Einwohner auf ca. 500 Personen (70% der Einwohner). Größe und Bedeutung der jüdischen Gemeinde von Fellheim verdeutlichen die 1789 erbaute Synagoge und die 1836 eingeweihte Schule.
Im Zuge der Industrialisierung reduzierte sich die Zahl der jüdischen Bewohner in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich, 1933 lebten nur noch 27 jüdische Bürger in Fellheim. Von ihnen schafften es bis 1940 noch 13 Personen, Deutschland zu verlassen; 14 jüdische Bewohner wurden 1942 deportiert und kamen im Konzentrationslager Theresienstadt bzw. im Arbeitslager Piaski um. Von den jüdischen Fellheimern erlangte die Familie Rosenthal über ihre Buchantiquariate Weltruhm.

Weitere Spuren jüdischen Lebens
  • Ortskern mit ehemaliger Synagoge (heute Wohnhaus), ehemaliger jüdischer Schule (heutiges Rathaus), dem "langen Haus" und mehreren villenartigen Anwesen
  • Schloss Fellheim
  • Tora-Vorhang aus der Synagoge Fellheim (im Stadtmuseum Memmingen)

Publikationen

Wilhelm Rapp, Geschichte des Dorfes Fellheim, Bd.1, Fellheim 1960, S. 127-142 u. 204-239.

Lebenserinnerungen des jüdischen Hausierhändlers Isaak Thannhauser von 1778 bis 1802, in: Monika Richarz (Hg.), Jüdisches Leben in Deutschland. Selbstzeugnisse zur Sozialgeschichte 1780-1871, Stuttgart 1976, S. 100-114.

Fellheim an der Iller. Eine bebilderte Führung durch den ehemals jüdischen Ortskern Fellheims, hg. durch den AK Geschichte, Brauchtum und Chronik und der Gemeinde Fellheim, Fellheim 2007. Im Anhang der Broschüre befindet sich eine DVD mit Zeitzeugenberichten und TV-Dokumenten.